Das richtige Surfboard fürs Wellenreiten zu finden ist die Basis für eine spaßige Surf-Session. Egal, ob du dir ein eigenes Surfboard kaufen oder auf einer Reise ein Surfboard ausleihen möchtest, bei der Auswahl gibt es ein paar Dinge zu beachten. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass ein passendes Surfboard im Wasser einen riesigen Unterschied macht. Es entscheidet, ob du glücklich oder frustriert aus dem Wasser kommst. Hier erfährst du, was du bei der Auswahl des Surfboards beachten solltest und welche Arten von Surfboards es überhaupt gibt. Außerdem gebe ich dir ein paar weitere Tipps, mit denen du nicht nur Spaß im Wasser hast, sondern gleichzeitig besser wirst.
Inhalt
3 Kriterien für die Auswahl deines Surfboards

Generell kannst du dich anhand von drei Kriterien für ein Surfboard entscheiden: dein Surf-Level, deine Körpermaße und die Wellenbedingungen.
Deine Surf-Skills
Beim Surfen werden drei Surf-Level unterschieden: Beginner, Intermediate und Advanced.
Wer bisher noch nie oder nur selten auf einem Surfboard stand, zählt in die erste Gruppe der Anfänger. Um dich an den Sport heranzutasten, sind Surfboards mit viel Volumen bestens geeignet. Soft Tops sind speziell zu dem Zweck konzipiert, das Anpaddeln zu erleichtern und dir beim Pop-up mehr Stabilität zu schenken.
Du hast schon mal einen Kurs belegt oder sogar ein Surfcamp besucht? Du nimmst grüne Wellen, deine Füße finden ohne großen Nachdenken beim Take Off ihren Platz und du arbeitest daran, deine Top- und Bottom-Turns zu optimieren? Dann zählst du in die Gruppe der Intermediates und bist gut mit einem Board beraten, dass sich bei Länge und Volumen im mittleren Feld bewegt. Bei einem Gewicht von 65 kg wird zum Beispiel ein Surfboard zwischen 36 und 47 Litern empfohlen.
Advanced Surfen haben ihr Board vollkommen unter Kontrolle und besitzen viel Erfahrung in unterschiedlichen Wellenbedingungen. Für sie sind hauptsächlich der Swell und persönliche Vorlieben entscheidend, um ein Boards fürs Wellenreiten auszuwählen.
Tipp
Berücksichtige am besten auch deine aktuelle Fitness. Wie oft gehst du surfen? Trainierst du in Surfpausen gezielt die Muskelgruppen, die du fürs Surfen brauchst? Je länger ein Surfboard ist und je mehr Volumen es hat, desto leichter wird dir das Paddeln fallen und du kannst mehr Wellen nehmen. Wer länger nicht surfen war, kann mit dieser Regel aufsteigende Frustration vermeiden und schnell wieder reinkommen.
Deine Größe und Dein Gewicht
Ein 7’6 Funboard mit rund 50 Liter Volumen zu surfen, wird sich für einen 80 kg schweren Mann anders anfühlen als für eine 60 kg leichte Frau. Deine Größe und dein Gewicht sind wichtige Kriterien, die du bei der Auswahl berücksichtigen solltest. Die Länge und das Volumen deines Surfboards sollten dazu passen. Je höher Surf-Level ist, desto relevanter werden die Details. Online findest du einige tabellarische Übersichten, an denen du dich orientieren kannst. Wenn du Anfänger oder Intermediate bist, ist es aber wichtiger, zu verstehen, was die Länge und das Volumen eines Surfboards eigentlich aussagen.
Die Länge eines Surfboards wird in Fuß (30,48 cm) und Zoll (2,54 cm) gemessen. Ein langes Board bietet mehr Stabilität, wodurch dir mehr Fehler verziehen werden und du leichter deine Balance halten kannst. Das Gleiche gilt für die Breite und die Dicke eines Boards.
Aus der Länge, der Breite und der Dicke ergibt sich das Volumen eines Surfboards, das in Litern angegeben wird. Mehr Volumen bedeutet mehr Auftrieb. Dieser hilft dir dabei, leichter durch das Wasser zu gleiten und ausreichend Geschwindigkeit aufzubauen, um eine Welle zu erpaddeln. Je weniger Auftrieb ein Board hat, desto mehr Technik und Kraft wird dazu benötigt. Besonders am Anfang ist daher ein Surfboard mit hohem Volumen sinnvoll.
Deine Bevorzugten Wellen
Ausschlaggebend für die Wahl eines Boards fürs Wellenreiten ist, welche Art von Welle du gerne surfst. Magst du es schnell, oder eher ruhig? Hast du kein Problem mit großen Wellen, oder bervorzugst du es überschaubar? Lange, langsame Wellen eignen sich super für Longboards, auf denen du deine Balance üben und dich Schritt für Schritt an Crosssteps heranwagen kannst. Schnelle, steile Wellen erfordern hingegen einen schnellen Take-Off, den man vor allem mit Shortboards leichter bewältigt.
Leider gibt es nicht das eine Surfboard für alle Bedingungen. Wer bereits länger surft und bei jeder Gelegenheit ins Wasser will, erweitert oft seinen Quiver (Surfboardauswahl). Das ist aber vor allem auf Reisen nicht wirklich praktisch, außer du reist mit einer großen Surfboard Bag, die Platz für mehrere Boards hat. Wenn du dir jedoch ein Surfboard ausleihst, kannst du aufbauend auf dein Surf-Level und deine Körpermaße leichter eine Entscheidung treffen, indem du dich nach den aktuellen Wellenbedingungen am Spot richtest.
Verschiedene Arten von Surfboards fürs Wellenreiten

Gerade wer noch ganz am Anfang steht, sollte sich erst mal einen groben Überblick verschaffen, was es überhaupt für Surfboards fürs Wellenreiten gibt. Umso wichtiger wird die Wahl des Surfboards, wenn du schon etwas weiter bist und deine Fähigkeiten verbessern möchtest. Hier sind einige der gängigsten Surfboard-Typen und was sie besonders macht.
Soft Top
Das Soft Top ist das ideale Board fürs Wellenreiten, wenn du gerade erst mit dem Surfen beginnst. Aber auch Intermediates, die an ihrer Technik feilen möchten, können mit einem Soft Top jede Menge Spaß haben. Dieses Board besteht aus weichem Schaumstoff und bietet dadurch nicht nur extra Auftrieb, sondern auch mehr Sicherheit. Zumindest kannst du damit so einige Verletzungen bei den ersten Stürzen vermeiden. Die große Stabilität hilft dir, die Basics wie Paddeln, Take-Off und Balance in deinem Tempo zu lernen. Kein Wunder also, dass das Soft Top die erste Wahl in Surfschulen auf der ganzen Welt ist. Wenn du einen sicheren, sanften Einstieg in deine Surf-Reise suchst, ist dieses Board dein bester Freund.
Longboard
Ein Longboard ist ein echter Klassiker und misst über 9 Fuß (rund 2,70 Meter). Es gleitet sanft über die Wasseroberfläche und macht selbst kleine Wellen zu einem echten Vergnügen. Der hohe Auftrieb sorgt für eine entspannte Paddel-Performance, während der spezielle Shape und die Single Fin dem Board dennoch überraschend viel Wendigkeit verleihen. Ob stylische Turns, Cross-Steps oder ein Nose Ride, Longboarder machen aus dem Wellenreiten eine wahre Kunst. Aber auch wenn das Ganze mühelos aussieht: Ein Longboard zu beherrschen erfordert Übung. Für fortgeschrittene Anfänger und Intermediates ist es dennoch eine großartige Möglichkeit, mehr Gefühl fürs Brett zu bekommen und sich weiterzuentwickeln.
Funboard
Das Funboard ist genau das, was der Name verspricht: Spaß auf dem Wasser. Besonders eignen sie sich dadurch für alle, die sich zwischen Anfänger- und Intermediate-Level bewegen. In der Regel zwischen 7 und 8 Fuß lang, kombiniert es Stabilität mit einem guten Maß an Wendigkeit. Dadurch verzeiht es viele Fehler, lässt sich aber gleichzeitig kontrollierter fahren als ein Longboard. Das Volumen des Boards erleichtert den Take-Off, während die kompaktere Form mehr Spielraum für Turns und Manöver lässt. Besonders auf Reisen ist das Funboard ein echter Allrounder: Es funktioniert in kleinen bis mittleren Wellen und eignet sich perfekt für alle, die grüne Wellen schon sicher nehmen und sich langsam an kleinere Boards herantasten möchten.
Fish
Eine stylische Mischung aus Retro-Vibes und Performance ist der Fish. Mit seiner kürzeren, breiteren und dickeren Bauweise bietet er viel Volumen und dadurch guten Auftrieb. Das hilft dabei, auch bei kleineren oder langsameren Wellen schnell ins Gleiten zu kommen. Charakteristisch ist das sogenannte Swallow Tail, der dem Board mehr Grip und Wendigkeit verleiht. Während ältere Modelle für stylisches Cruisen stehen, setzen moderne Fish-Designs auf Geschwindigkeit und Performance. Dieses Board ist perfekt für fortgeschrittene Surferinnen mit viel Paddelpower, die schon sicher Turns fahren können und ein verspieltes, bewegliches Board für spaßige Sessions suchen.
Shortboard
Das sportlichste und technisch anspruchsvollste Board fürs Wellenreiten ist das Shortboard. Kurz, schmal und dünn, mit spitzer Nose und drei bis fünf Finnen ausgestattet, ist es ganz klar auf Performance ausgelegt. Geschwindigkeit, enge Turns und radikale Manöver sind mit diesem Board möglich – aber nur, wenn du die nötige Technik und Erfahrung mitbringst. Der Take-Off ist deutlich schwieriger als bei voluminöseren Boards, und der geringe Auftrieb macht das Paddeln anstrengender. Ein Shortboard funktioniert nur bei mittelgroßen, kraftvollen und sauberen Wellen. Das macht es für eine großartige Option für sehr erfahrene Surfer, die auf der Suche nach maximaler Kontrolle und Performance sind.
Surfboard Fürs Wellenreiten Finden: Bonus-Tipps für deine Boardwahl
Gerade als Anfänger oder Intermediate ist es ganz normal, noch kein ausgeprägtes Gefühl dafür zu haben, welches Surfboard wirklich zu dir passt. Die Unterschiede zwischen den Shapes, Längen und Volumen sind anfangs oft schwer einzuschätzen und manchmal fühlt sich alles irgendwie gleich (oder gleich schwierig) an. Aber keine Sorge: Dieses Gefühl entwickelt sich mit der Zeit. Je mehr du surfst, desto besser lernst du zu spüren, was dir liegt. Auf dem Weg dahin kann ich dir noch ein paar weitere Tipps ans Herz legen.
Eine Surfstunde ist fast immer eine gute Idee. Wenn du gezielt nachfragst, bekommst du von guten Surfshops oder erfahrenen Surflehrern ehrliches, hilfreiches Feedback. Vor allem in der Anfangsphase ist es aber wichtiger, dich auf die Grundlagen zu konzentrieren: Übe deine Paddel-Technik, perfektioniere deinen Pop-up und schaffe dir eine solide Basis, auf der du aufbauen kannst.
Gleichzeitig kannst du verschiedene Boards auszuprobieren, um ein besseres Gefühl für deine Bedürfnisse zu bekommen. Leih dir mal ein Mid-Size-Board, dann ein Longboard oder auch ein Funboard, um unterschiedliche Shapes auf dem Wasser zu testen. Manche Boards liegen dir intuitiv besser, andere fordern dich vielleicht etwas mehr heraus. Beides bringt dich weiter und hilft dir dabei, deine Vorlieben zu entdecken.
Wenn du die Möglichkeit hast, nutze auch Videoanalysen oder Fotosessions mit einem Surf-Coach. Es ist unglaublich hilfreich zu sehen, wie du auf dem Board aussiehst, wie du dich bewegst und wie stabil du wirklich bist. An vielen Stränden gibt es inzwischen Surf-Fotografen, von denen du einzelne Bilder kaufen kannst.
Und falls du länger reist, denk darüber nach, dir ein eigenes Board zu besorgen. Gerade in beliebten Surfdestinationen sind Plattformen wie Facebook Marketplace oder lokale WhatsApp-Gruppen wahre Fundgruben für gebrauchte Boards. Der Kauf ist meist günstiger als dauerhaftes Mieten – und du hast ein Board, das du wirklich kennenlernen und mit dem du wachsen kannst.
Vermeide diesen Fehler: Zu schnell ein kleines Board wählen
Auf Instagram & Co. sehen Shortboards natürlich am eindrucksvollsten aus. Der Wunsch, diesem Bild nachzueifern, ist verständlich. Aber ganz ehrlich: Surfen ist ein sehr anspruchsvoller Sport. Wenn du dich zu früh auf die Größe deines Boards konzentrierst, statt an deiner Technik zu arbeiten, wirst du langfristig eher ausgebremst als weiterkommen.
Ein kleines Board verzeiht kaum Fehler. Es ist instabil, schwerer zu paddeln und deutlich anspruchsvoller beim Take-Off. Du brauchst nicht nur mehr Kraft und Balance, sondern auch viel mehr Erfahrung, um überhaupt regelmäßig Wellen zu erwischen. Und genau das ist der Knackpunkt: Je weniger Wellen du bekommst, desto langsamer lernst du. Dabei ist das regelmäßige Wellenreiten essenziell, um dein Gefühl für das Wasser, dein Timing und deine Bewegung auf dem Board zu verbessern.
Ein größeres Board hingegen gibt dir Stabilität, Sicherheit und mehr Erfolgserlebnisse. Du wirst häufiger aufstehen, länger surfen und mit jedem Ride ein bisschen besser. Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern fördert auch deinen Fortschritt.
Das richtige Board bringt maximalen Spaß
Surfen soll in erster Linie eins: Spaß machen! Und genau deshalb ist das passende Surfboard so entscheidend. Es hilft dir dabei, möglichst viele Wellen zu bekommen, dich sicher zu fühlen und dich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Je besser das Board zu deinem Können, deinem Körper und den Wellenbedingungen passt, desto mehr wirst du aus jeder Session mitnehmen – egal ob du gerade deine ersten Take-Offs übst oder an deinen Turns feilst.
Dein Board ist dein treuester Begleiter auf deiner Surf-Reise. Wenn du es mit Bedacht wählst, wirst du nicht nur schneller besser. Du wirst vor allem länger, häufiger und mit mehr Freude im Wasser sein. Und genau darum geht’s am Ende doch.

